BEIZVERFAHREN: Dem Stand der Technik entsprechend basieren Beizmittel für Edelstahl auf Salpetersäure- Flusssäure- Gemischen oder auf Flusssäure- Wasserstoffperoxyd- Lösungen. Grundsätzlich sollten sie frei von Salzsäure und anderen Chloriden sein. Abgesehen davon dass es bei der Anwendung salzsäurehaltiger Beizen beim Edelstahl schon nach Wenigen Minuten zur Überbeizung kommen kann, besteht zusätzlich die Gefahr der Lochkorrosion.

Zum Beizen von Edelstahl stehen grundsätzlich zwei Verfahren zur Verfügung.

Das Beizen mit Beizlösungen kann entweder durch Tauchen in Beizbädern oder durch Umpumpen in Rohrleitungssystemen oder auch durch Berieseln der zu beizenden Flächen erfolgen.

Beizpasten sind Beizlösungen, die durch geeignete Verdickungsmittel so viskos eingestellt sind, dass sie auch an senkrechten Flächen haften. Sie können entweder mit Pinsel oder Bürsten aufgetragen werden oder im Sprühbeizverfahren, bei dem Pasten mit einem Niederdrucksprühgerät auf die Oberfläche aufgetragen wird.

Beizchemikalien sind Gefahrstoffe im Sinne der Gefahrstoffverordnung und unterliegen den Bestimmungen des Bundesimmissionsschutzgesetzes. Dies bedeutet jede Menge Auflagen für die Anwender von Beizchemikalien.


zum Vergrößern bitte das Bild anklicken

vor dem Beizen  nach dem Beizen

Schlackeneinschlüsse

Schwarze Einschlüsse in Schweißnähten, bedingt durch die häufig nicht durchführbare Formierung, lassen sich durch Beizen nur unvollständig oder gar nicht entfernen.

Es handelt sich dabei um Carbonitride oder andere schlackenartige Substanzen, die infolge ihres nichtmetallischen Charakters und ihrer amorphen, glasartigen Struktur durch Säuren und andere aggressive Flüssigkeiten nicht angegriffen werden.

Rückstände, die durch thermische Zersetzungen von organischen Schmier- oder Fließmitteln im Bereich der Wärmeeinflusszone entstanden sind, lassen sich aus den gleichen Gründen auf chemischem Wege nicht beseitigen.
Eine derartige amorphe Kohlenstoffmasse ist in keinem bekanntem Medium löslich.

Wie man an der Widerstandsfähigkeit dieser Beläge gegenüber der recht aggressiven Beizsäure erkennen kann, sind nachteilige Auswirkungen auf die Korrosionsbeständigkeit nicht zu befürchten.

Nach unseren langjährigen Erfahrungen können diese Erscheinungen bedenkenlos so belassen oder, falls dies nicht möglich oder nicht erwünscht ist, vor dem Beizen mechanisch entfernt werden.